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EMPA-PrüfberichtUntersuchungsbericht Nr. 412625Prüfauftrag: Untersuchung auf Lebensmitteltauglichkeit EMPA, Abteilung Chemie, Lerchenfeldstrasse 5 ,St. Gallen 1. Beschreibung der PrüfobjekteDer EMPA wurden zur Untersuchung zwei Typen von Modeln übersandt. Diese bestehen aus einem Epoxyharz, einmal mit und einmal ohne Patina beschichtet. 2. PrüfauftragEs sollte untersucht werden, ob diese Model den Anforderungen der Schweizerischen Gesetzgebung entsprechen. Dazu wurde eine Gebrauchsprüfung gemäss dem Schweizerischen Lebensmittelbuch, Kapitel 48, Bedarfsgegenstände aus Kunststoff durchgeführt. Organoleptischer Test, Globalmigration und spezifische Migration sind Untersuchungen, die zur Bewertung eines Kunststoffs in Kontakt mit einem Lebensmittel herangezogen werden müssen. Die Model kommen in Kontakt mit fetthaltigem Teig. Da Milchschokolade organoleptisch sensitiver als Teig ist, wurde dieses als Medium verwendet. Das Ziel dieses Tests war, allfällige organoleptische Beiträchtigung der Model auf Milchschokolade zu erkennen und zu bewerten. Das Gesamtmigrat umfasst die gesamte Menge der Stoffe, die aus den Modeln auf das Lebensmittel übergeht. Die Prüfungen sollen deshalb unter möglichst praxisnahen Bedingungen durchgeführt werden. Da die Model nur wenige Sekunden mit einem fetthaltigen Teig in Kontakt treten, wurde als Simulanzmittel Isooktan (Ersatz für Speiseöl) gewählt. Unter einem spezifischen Migrat versteht man die Menge einer chemisch definierten Substanz, die unter den Prüfbedingungen der Globalmigration aus den Modeln übergeht. Es wird dabei überprüft ob schädliche Stoffe freigesetzt werden können. 3. PrüfverfahrenFolgende Einzeluntersuchungen wurden an den Modeln durchgeführt: 3.1 Robinson TestFolgende Grundlagen wurden für den organoleptischen Test (Robinson Test) angewendet:
- Durchführung der Tests nach DIN 10951 «Dreiecksprüfung» Die Prüfbedingungen wurden wie folgt gewählt: - Prüfmedium: Milchschokolade ohne Zusätze Die sensorischen Unterschiede wurden wie folgt benotet: 0 kein Unterschied feststellbar Die Model wurden mit einer Säge in kleine Stücke zerlegt und zusammen mit der geriebenen Milchschokolade in einem geschlossenen Glasgefäss bei Raumtemperatur und 75% rel. Feuchtigkeit während 48 Stunden inkubiert, bevor eine sensorische Prüfung bezüglich einer allfälligen Geschmacksveränderung der Schokolade vorgenommen wurde. Folgende Anforderungen sind im SLMB festgehalten: Der Notendurchschnitt muss unter 2 sein. Ein Kunststoffgegenstand, der organoleptisch mit Note 2 oder höher bewertet wird, ist zu beanstanden. 3.2 GlobalmigrationIsooktan wurde 30 min bei 40°C in Kontakt mit den Modeln gebracht. Diese Bedingungen sind viel strenger als in der Realität. Anschliesend wurde das Isooktan unter Vakum entfernt und der Rückstand gravimetrisch bestimmt. 3.3 Spezifische MigrationBei der durchgeführten Prüfung wurde das Gesamtmigrat nur qualitativ mit Infrarotspektrometrie und Gaschromatographie/Massenspektrometrie charakterisiert, um eine grobe Übersicht über die migrierten Stoffe bzw. Stoffgruppen zu erhalten. 4. Ergebnisse4.1 Robinson TestFolgende Resultate wurden erzielt: Model ohne Patina = Notendurchschnitt 1.0 Die Forderung, dass die Einzelnoten nicht mehr als eine Note vom Mittelwert abweichen, war erfüllt. Für das Erreichen eines der Signifikanzniveaus (5%) wären bei 8 Degustanten mindestens 6 richtige Antworten erforderlich. Bedeutung der Note 1.0: «Schwache Beeinflussung, eben an der Grenze der Erkennbarkeit» Aufgrund der erzielten Notendurchschnitte der sensorischen Prüfungen besteht kein Grund zur Beanstandung der geprüften Modeln. 4.2 GlobalmigrationModel ohne Patina = 2.0 +/- 0.4 mg/dm Das Ergebnis liegt damit unter dem gesetzlichen Grenzwert des Schweizerischen Lebensmittelbuchs. 4.3 Spezifische MigrationBeide Globalmigrate enthalten ein Gemisch aus Fettsäureamiaden und einer komplexen Mischung aus langkettigen Phthalsäureestern, wobei die Kettenlängen der veresterten Alkoholgruppe bei etwa C9-C10 liegen. Gemäss der Verordnung über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff von 1995 (Schweizerische Kunststoffverordnung) existieren für die oben genannten Stoffe keine Grenzwerte für die Migration in ein Lebensmittel.
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| Alle Rechte: Änis-Paradies - Linus Feller | Letzte Änderung: 04.10.2005 |